Der Kehlkopf, Instrument der Diskriminierung

veröffentlicht von jan_krueger am 25. Januar 2010

Gerade hat wieder jemand die “Hinzufügen”-Seite mit einem Kontaktformular verwechselt und uns folgendes erzählt:

Ich finds n hammer das das Kehlkopfzitat nicht geuppt wurde. Das hat in meinem Bekanntenkreis doch für ziemlich viel erheiterung gesogrt.

Die Frage ist jetzt: was will uns der Künstler damit sagen? Kehlkopfzitat? Keine Ahnung. Keiner der Moderatoren kriegt jede Einsendung zu sehen. Was aber noch viel interessanter ist, ist der zweite Absatz. Obacht:

Naja, vielleicht habt ihr das einfach nciht gecheckt. Einen Kehlkopf besitzen nur Männer. Sorry das ich anatomische Grundkenntnisse der 4. klasse vorrausgesetzt hab.

Das gibt uns jetzt aber doch ein großes Rätsel auf. Wenn Frauen doch angeblich pausenlos reden… womit machen sie das dann überhaupt? Mit den Händen? Mit der Nase? Oder wenn behauptet wird, dass Männer mehr zu sagen haben als Frauen, lässt sich das letztendlich doch rein anatomisch erklären?

Und wie wird sich eigentlich dieser revolutionäre anatomische Lehrstoff modernen Grundschulunterrichts auf die nächste Runde der PISA-Studien auswirken? Wir dürfen gespannt sein!

<Nick> Text

veröffentlicht von jan_krueger am 21. Januar 2010

Kurz und knapp. Ich habe gerade diese Einsendung hier gefunden:

<Nick> Kp
<Nick> weil du heute so bedröppelt warst
<Nick> Was
<Nick> BEDRÖPPELT!!!!
<Nick> Ja
<Nick> ja du warst bedröppelt
<Nick> Ja und
<Nick> warum warst du bedröppelt ?
<Nick> Kp

Schön, dass sich mal jemand so akribisch an die Formatierungsrichtlinien auf unserer “Hinzufügen”-Seite gehalten hat. Offenbar lesen die Leute die Regeln doch.

Zum Thema Übersetzungen…

veröffentlicht von jan_krueger am 28. November 2009

Da sich jetzt schon einige Leute zum Thema Übersetzungen zu Wort gemeldet haben und die Mehrzahl davon sogar in der Lage waren, logische Argumente so zusammenzusetzen, dass man von einer vernünftigen Diskussion sprechen kann, bin ich ausnahmsweise auch mal vernünftig, indem ich versuche, alle aufgelaufenen Fragen zu beantworten.

In der Vergangenheit haben wir Übersetzungen strikt abgelehnt, weil wir der Meinung waren, die Leute sollen gefälligst selbst kreativ sein. Mit der Zeit haben wir uns allerdings weich klopfen lassen. Dazu beigetragen haben wohl auch die Leute, die sich über alles, was wir machen, undifferenziert beschweren, z.B. darüber, dass wir “viel zu wenig Zitate freischalten”. Indem wir Übersetzungen annehmen, schalten wir mehr Zitate frei. Hier Trompetentusch einfügen.

Natürlich gehen die Beschwerden munter weiter, wie auch nicht anders zu erwarten war. Offenbar sollen wir irgendwie sicherstellen, dass wir jeden Tag eine Fülle an Einsendungen erhalten, die völlig neu und lustig und überhaupt sind. Vielleicht sind wir ja allmächtig und haben das noch gar nicht bemerkt; sollte das der Fall sein, werden wir bald dafür sorgen, dass uns niemals das Material ausgeht!

Die Vorteile von Übersetzungen

Erstens: weniger Kontrollaufwand für uns. Zweitens: die Leute, die des Englischen nicht so mächtig sind, gewinnen. Drittens: unserem Datenbankserver wird nicht so langweilig.

Die Nachteile von Übersetzungen…

… sind natürlich auch nicht zu übersehen. Vor allem: Leute, die die Ursprungsseiten mitlesen (und sprachlich verstehen), finden die nicht so spannend.

In dem Zusammenhang ist der Vorschlag aufgekommen, wir sollen die Übersetzungen als solche markieren. Die Idee finden wir gut (und hatten sie sogar schon, bevor irgendwer uns den Vorschlag gemacht hat… aber das können wir leider nicht beweisen). Wir werden sie auch umsetzen, aber so ausgelastet, wie wir mit Dingen außerhalb von GBO sind, dauert das einfach so seine Zeit… zumal wir ja auch noch andere Pläne für revolutionäre Verbesserungen haben.

Sollten wir das jedenfalls mal umgesetzt kriegen, könnten Leute sich die Seite einfach mit ausgeblendeten Übersetzungen ansehen. Problem gelöst, alle glücklich, und so weiter.

Übersetzung vs. Plagiat

Stellt sich noch die Frage, was man eigentlich machen soll, wenn jemand die Nicknames ändert, um sich selbst zu profilieren… oder einfach einen Witz einsendet, den er irgendwo im IRC mitgekriegt hat, ohne den eigentlichen Ursprung zu kennen. Die einfache Variante wäre, die Einsendung dann einfach zu löschen. Andererseits kommen dann wieder massig Beschwerden rein, dass wir das Zitat gelöscht haben, obwohl es ja so lustig war. Merke: irgendwer beschwert sich immer.

Kurz gesagt:

  • Die Übersetzungen bleiben.
  • Irgendwann (hoffentlich bald) wird man sie ausblenden können, wenn man sie nicht mag.
  • Umgenickte (auweia…) Zitate könnte man vielleicht köpfen oder so. Die Entscheidung steht aber noch aus.

Von den Moderatoren, die Übersetzer wurden

veröffentlicht von jan_krueger am 24. November 2009

Mehrfach schon erreichten uns Zitate wie dieses hier:

langweilig. bringt doch ma coole quotes und übersetzt nicht nur 1 quote pro woche von bash.org

Nunja, lieber Einsender, das stimmt so leider nicht ganz… aber da du dir ja offensichtlich noch nicht die Mühe gemacht hast, darüber nachzudenken (geschweige denn hier nachzulesen), wie GBO eigentlich funktioniert, erkläre ich es dir gerne: wir übersetzen keine bash-Zitate. Das wäre ja wohl Zeitverschwendung… wenn ich bash.org-Zitate übersetzen würde, könnte das vielleicht so aussehen:

<Donut[AFK]> HEY EURAKARTE
<Donut[AFK]> INSULT
<Eurakarte> ERWIDERUNG
<Donut[AFK]> COUNTER-ERWIDERUNG
<Eurakarte> Befragung von Sexuelle Vorlieben
<Donut[AFK]> Vorschlag, SHUT THE FUCK UP
<Eurakarte> NOTATION, wenn Sie ein VACUUM
<Donut[AFK]> Riposte
<Donut[AFK]> ADDON Riposte
<Eurakarte> COUNTER-Riposte
<Donut[AFK]> COUNTER-COUNTER Riposte
<Eurakarte> Unsinnig ERKLÄRUNG MIT PLANKTON
<Miles_Prower> REAKTION AUF RANDOM STATEMENT und Bedrohung der BAN gegenüberliegenden Seiten
<Eurakarte> Worte des Lobes für fishfood
<Miles_Prower> Anerkennung und ZUSTIMMUNG VON BEDINGUNGEN

Google Translate ist schon ein unglaublicher Zeitersparnisfaktor. In der Zeit, die ich da gespart habe, kann ich gleich noch ein paar Einsendungen anderer Leute löschen. So gewinnen doch alle.

Oder ich könnte im Blog einen Artikel über blau angemalte Krokodile veröffentlichen. Das würde auch noch einen gewaltigen Bildungsvorteil mit sich bringen, denn die wenigsten wissen über blau angemalte Krokodile wirklich Bescheid. Hätte doch auch mal was, wenn ich mich hier für Themen einsetzen würde, die sonst überall bei Weitem nicht genug Beachtung finden, oder?

… Ich glaube, ich geh noch ein paar Einsendungen löschen. Sonst schalte ich am Ende noch aus Versehen die unglaublich “coolen Quotes”, wie z.B. das oben zitierte, frei, von denen wir tagtäglich so viele kriegen. Aber wir wollen natürlich nicht, dass die außer uns irgendwer zu sehen kriegt… sonst würden am Ende auch noch andere Leute damit anfangen, Krokodile blau anzumalen.

Das Lesen der Einsendungen macht übrigens nicht wahnsinnig.

Warteschleifenmusik #5: nur Death Metal ist schöner

veröffentlicht von jan_krueger am 23. November 2009

Und mit Death Metal meine ich eine laufende Kreissäge als Rückenlehne.

Den Anlass dieser Warteschleifenmusik bietet zur Abwechslung mal wieder eine Einsendung, wie wir sie schon hunderte Male erhalten haben (in dieser Warteschleifenmusik gleich am Anfang der Liste reproduziert). Plus die Tatsache, dass ich gerade an wichtigen Dingen arbeiten sollte und keine Lust darauf habe.

Also: los geht’s. Fünfzig mal ganz normaler Wahnsinn minus Spameinsendungen, und leicht zurechtformatiert (Leerzeilen entfernt). Die üblichen Regeln gelten: vom Spam abgesehen wurden die Zitate in exakt dieser Folge eingeschickt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Jetzt aber mal Klartext

veröffentlicht von jan_krueger am 28. August 2009

Ich habe das Gefühl, dass ich in den letzten Blog-Artikeln nicht deutlich genug geworden bin. Das hole ich dann hiermit an dieser Stelle nach. Danach sollte wirklich jeder verstehen, worum es mir hier eigentlich geht.

Der Einfachheit halber stellt euch bitte vor, dass bei einer beliebten Webseite jede Menge Besucher auftauchen. Diese Besucher bringen natürlich jede Menge unterschiedliche Vorstellungen mit sich. Es ist schier unmöglich, alle dieser Vorstellungen zu erfassen, geschweige denn sie alle zu verstehen.

Wenn man sich jetzt eine beliebige Vorstellung herausgreift, hat man die Möglichkeit, sich intensiv mit ihr zu befassen. Man betrachtet alle Seiten, berücksichtigt Vor- und Nachteile, und diskutiert vielleicht mit anderen darüber. Im Laufe einer solchen Diskussion ergeben sich weitere Vorstellungen; wahrscheinlich sogar Vorstellungen, die unter den ursprünglichen gar nicht auftauchen. Es entsteht also eine immer größere Zahl von verschiedenen Ideen und Erwartungen.

Welche Folgen hat das? Naja… es lässt sich wohl nicht bestreiten, dass wir in einer Zeit der Informationsexplosion leben: die Gesamtheit des menschlichen Wissens nimmt ständig zu. Selbst um Experte auf einem einzigen Gebiet zu werden, wird zu einer immer größeren Herausforderung. Die einzige Lösung ist immer stärkere Spezialisierung mit der Hoffnung, dass andere Leute sich auf irgendwas anderes spezialisieren. Die Gesellschaft macht sich selbst unersetzbar: wer mithalten will, muss sich auf andere verlassen, und je mehr man sich auf andere verlässt, umso mehr muss man sich auf andere verlassen.

Ein Teufelskreis. Und genau darum geht es letztendlich, denn solche Todesspiralen gibt es auch auf ganz anderen Gebieten, zum Beispiel hier. Die Frage ist doch: wie kommt man da wieder raus? Wer macht den Anfang und wie wird ein Schuh draus? Niemand weiß eine Antwort darauf… was wirklich zu einem Problem für uns werden kann. Es geht hier ja schließlich nicht nur um Zitate oder von mir aus auch Kommentare hier im Blog. Was wird aus dem restlichen Web? Wie kann man den Trend umkehren? Worum geht es uns eigentlich, oder besser: worum sollte es uns gehen? Es ist vielleicht an der Zeit, dass jeder Einzelne anfängt, sich darüber Gedanken zu machen.

Jetzt, da ich das endlich mal klar geschildert habe, seid ihr dran: was denkt ihr?

Der “kleine Unterschied”

veröffentlicht von jan_krueger am 27. August 2009

Gerade unter den Einsendungen gefunden:

<SOulish> ich mach mir sorgen….. ich drücke meiner neuen freudnin meine kondome in die hand und sie nur: was soll ich damit?

Auweia, wie erkläre ich das jetzt…

Lieber (das Genus habe ich jetzt einfach mal geraten) SOulish: wenn man mal davon ausgeht, dass die Kondome bestimmungsgemäß verwendet werden sollten, dann beschränkt sich die Anwendung auf den Einsatz in Verbindung mit ganz bestimmten Körperteilen, wenn du verstehst, was ich meine. Wenn nun deine Freundin nicht gerade über ein eigenes solches Körperteil verfügt (und darüber weißt du höchstwahrscheinlich besser Bescheid als ich), dann finde ich die Frage durchaus berechtigt. Aber vielleicht wolltest du ihr ja nur anbieten, aus den Kondomen lustige Luftballons zu machen. Falls dem so war, finde ich das Zitat eigentlich gar nicht lustig.

Achtung, Rassismus!

veröffentlicht von jan_krueger am 30. Juni 2009

Nunmehr schon 22 Leute haben sich über unser (zugegeben hochgradig rassistisches) Zitat #261185 beschwert. Dazu kann ich nur sagen: was ist grün und bringt mir den Tee? Ihr kennt den Witz sicher. Und, ja, ich könnte meinen Neger doch wohl sicher anmalen, wie ich möchte! Aber ich habe gar keinen, die machen mir nämlich viel zuviel Dreck. Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss eine unserer Moderatorinnen bestrafen gehen. Die hat mir nämlich immer noch nicht die Zeitung, meine Pantoffeln, mein Bier und das Abendessen serviert. Hängt bestimmt die ganze Zeit mit unserer Quotenschwuchtel rum und tratscht. Ich würde ja vernünftig mit denen reden, aber ich kann leider nur Fußball gucken und randalieren; schließlich bin ich männlich.

Aber das versteht ihr ja sowieso nicht, weil ihr alle Internet-Suchtis seid. Und wer hat Schuld? Das System natürlich! Die da oben machen ja sowieso, was sie wollen, und die Unternehmer sind alle nur aufs Geld aus. Ich würde ja auswandern, aber in den USA würden sie mich beim Einreisen auf Grund meiner demografischen Daten sofort als Terrorverdächtigen abstempeln. Das ist bösartige Diskriminierung! Unmöglich, sowas. Diese Amis sind ja sowieso alle fettleibig und geistig unterentwickelt.

Und als Reaktion auf den Artikel hier kommen sowieso wieder nur hirnrissige Kommentare, die ich alle ignorieren werde, weil ich ja machtgeil und arrogant bin.

Warteschleifenmusik #4: mit Überlänge

veröffentlicht von jan_krueger am 25. Mai 2009

Hallo zusammen. Hier tut sich im Moment recht wenig, weil ich gerade mitten in sechs Wochen Auszeit bin, die ich mir genommen habe und auch dringend brauche. In dieser Zeit habe ich nur ein paar Stunden pro Woche Zeit für Onlinezeug. Jetzt habe ich davon gerade fast zwei Stunden für GBO geopfert… obwohl ich eigentlich anderes zu tun hätte. Euer Glück!

Zur Feier des Tages gibt es mal wieder eine Warteschleifenmusik, also einen völlig ungefilterten (nur leicht nachformatierten) Auzug aus der Warteschleife. Diesmal, weil hier gerade so wenig los ist, stolze 100 Zitate.

Vorher aber noch ein paar Anmerkungen zu den ganzen Kommentaren zum letzten Artikel… da haben sich diverse Leute darüber beschwert, dass auf GBO ja “gar nichts mehr passiert” und dass wir ja nie was freischalten. Zu letzterem Thema hatte ich schon mal was geschrieben… dass hier “nichts passiert”, liegt einfach daran, dass offenbar nur ein paar der Moderatoren in letzter Zeit genug Zeit haben, regelmäßig Zitate zu bearbeiten. So kommen, wie man in der Statistik auf der Webseite nachlesen kann, insgesamt nur ein paar hundert Bewertungen pro Woche zusammen. Tut uns Leid, lässt sich aber nicht so ohne Weiteres ändern.

Warum wir die Warteschlange nicht öffentlich machen, hatte ich auch schon mal erklärt; ich habe leider momentan keine Zeit, darauf nochmal genauer einzugehen. Nach der Auszeit gerne.

So, und jetzt kommen endlich die 100 Zitate aus der Welt ohne Filter. Diesen Beitrag weiterlesen »

GBO erklärt die Welt: Beschwerdebriefe

veröffentlicht von jan_krueger am 15. April 2009

In dieser experimentellen Beitragsserie erklären wir von GBO Begriffe aus dem Alltag. Zur Erinnerung sowohl an uns als auch an euch (schließlich sind wir alle typische Nerds ohne echtes Leben und Einblick in die Welt der normalen Menschen): Alltag ist da, wo das WLAN-Kabel liegt, und jenseits der Jalousien… also da, wo wir alle niemals hingehen können.

Heute geht es um den Beschwerdebrief. Ein Beschwerdebrief dient dazu, einer Organisation oder einem Unternehmen irgendeiner Art Rückmeldung über ihre Angebote oder Tätigkeiten zu geben. Statistisch gesehen wird ein Beschwerdebrief häufiger von unzufriedenen Leuten verschickt als von zufriedenen (Quelle: GBO-Geheimakte 38849/IIc).

An dieser Stelle setzen wir mit Logik an, um uns herzuleiten, wie ein solcher Beschwerdebrief inhaltlich aussehen mag. Es ist davon auszugehen, dass ein Beschwerer (allerdings kein Briefbeschwerer) mit dem Einsenden seiner Beschwerde irgendein Ziel erreichen möchte, beispielsweise eine Änderung der Angebote oder Tätigkeiten des Empfängers, oder eine Entschädigung. Zum Erreichen von Zielen im Umgang mit anderen Menschen haben sich zwei Taktiken besonders bewährt, häufig umschrieben als Zuckerbrot und Peitsche.

Die erste Variante  bedeutet, dass man einen freundlichen, verständnisvollen Tonfall anschlägt und eine positive Konsequenz in Aussicht stellt, wenn das Ziel erfüllt wird. Gerüchten zu Folge führt das konsequente Anwenden dieser Methode tendenziell dazu, dass der Disputpartner gerne weitere Geschäfte mit einem macht. Wollte sich jemand bei GBO beschweren, könnte er diese Taktik z.B. anwenden unter Angabe der positiven Konsequenz, GBO in seinem kleinen und völlig irrelevanten Blog zu verlinken, um die Bekanntheit von GBO enorm zu erhöhen.

Bei der zweiten Variante fährt man härtere Geschütze auf. Man beschreibt präzise den Missstand und fordert mit Nachdruck das Anstreben des gewünschten Ziels. Zur Verbesserung der Erfolgschancen droht man negative Konsequenzen an, falls das Ziel nicht erreicht wird. Auch hier wieder ein Beispiel bei GBO: ein Beschwerer könnte damit drohen, GBO nicht mehr zu besuchen und damit unsere monatlichen “Einnahmen” um weniger als mehrere Milliarden Euro zu kürzen. Genau gesagt: um schätzungsweise ein paar Bruchteile eines Cents.

Wichtig bei beiden Verfahren ist, dass man eine entsprechende Konsequenz liefern kann, die für den Adressaten eine Bedeutung hat. Im Falle von GBO ist das natürlich leicht, wie oben schon beschrieben, aber es kann oft schwierig werden, ein riesiges Unternehmen (wie z.B. einen Hersteller eines verbreiteten Betriebssystems) überzeugen zu können. Man würde beispielsweise sicher nicht weit damit kommen, dem Unternehmen anzubieten, sein Produkt in seinem kleinen und völlig irrelevanten Blog zu verlinken, oder dem Unternehmen anzudrohen, das Produkt nie wieder zu kaufen.

Nun, da ihr wisst, wie eine effektive Beschwerde an GBO aufgebaut sein könnte, ist es an der Zeit, ein Beispiel aus der Praxis anzubringen. Eine vorbildliche Beschwerde erhielten wir kürzlich von einer Person, die sich als “Du drecksack!” bezeichnete. Lest sie euch aufmerksam durch, ihr könnt daraus sicher einiges über erfolgreiches Beschweren lernen!

sag mal seid ihr bescheuert? nehmt den scheiss quote mit dem tot und dem koma des vaters und der mutter des einen jungen raus
wie hirnrissig seid ihr penner eigentlich? habt ihrn arsch offen? wo liegt denn da noch die würde wenn soetwas derartig auf einer vermeidlich ”lustigen” seite ausgestellt wird?! DAS IST UNTER ALLER SAU!

Kurze Zeit später erreichte uns folgende Ergänzung:

sachma ihr dreckigen penner habt ihr das nich gepeilt? nehmt den quote raus!

Übrigens hat es zu diesem Thema auch schon eine Minidiskussion hier im Blog gegeben, und das erwähnte Zitat wurde inzwischen gelöscht.

Wir hoffen, euch mit diesem Artikel die Welt ein Stückchen klarer gemacht zu haben. Unsere Köpfe sind leider gar nicht klarer geworden, aber das ist wohl jobbedingt. Wir haben jedenfalls vage Pläne, die Artikelserie mit einem Beitrag über politische Demonstrationen fortzusetzen, aber wenn ihr andere Vorschläge habt, immer her damit!