Archiv für die Kategorie „Autsch“

Metaphorische Fäkalien in schwarzen Löchern

Sonntag, 4. April 2010

Wir hatten ja schon das eine oder andere Mal das Thema Übersetzungen. Ich persönlich war immer der Meinung, dass es durchaus auch versehentlich vorkommen kann, dass jemand ein übersetztes Zitat von einer anderen Seite einschickt. Irgendwer hat das Original gelesen und muss dann in einer Unterhaltung unbedingt zeigen, wie gnadenlos lustig er ist, und der andere findet das so unglaublich originell, dass er es einschickt. Aber in dem Fall hier ist die Sache klar, denn da hat jemand das Zitat beim Übersetzen ein kleines bisschen… verschönert (Nicknamen geändert):

<Guo_Si> Hey, weißt du was richtig scheiße ist?
<TheXPhial> ein Vakuum
<Guo_Si> Hey, weißt du was richtig scheiße is in einem metaphorischen Sinn?
<TheXPhial> ein schwarzes loch
<Guo_Si> Hey, weißt du was überhaupt nicht cool ist?
<TheXPhial> lava?

Quizfrage: wieviel Prozent des Originalzitats hat der Übersetzer verstanden? Und: hätte das in der Form noch irgendwer lustig gefunden?

Eins der Grundprinzipien des Internets ist: man muss das, was man von sich gibt, nicht unbedingt auch verstehen. Oder auch: auch ohne Ahnung kann man sehr überzeugt von sich selbst sein. Und da im Internet eigentlich niemand Ahnung hat (keine Ausnahmen!), ist auch jeder davon überzeugt, der König unter den Blinden zu sein. GBO wird also so schnell nicht das Material ausgehen.

Prost!

Der Kehlkopf, Instrument der Diskriminierung

Montag, 25. Januar 2010

Gerade hat wieder jemand die “Hinzufügen”-Seite mit einem Kontaktformular verwechselt und uns folgendes erzählt:

Ich finds n hammer das das Kehlkopfzitat nicht geuppt wurde. Das hat in meinem Bekanntenkreis doch für ziemlich viel erheiterung gesogrt.

Die Frage ist jetzt: was will uns der Künstler damit sagen? Kehlkopfzitat? Keine Ahnung. Keiner der Moderatoren kriegt jede Einsendung zu sehen. Was aber noch viel interessanter ist, ist der zweite Absatz. Obacht:

Naja, vielleicht habt ihr das einfach nciht gecheckt. Einen Kehlkopf besitzen nur Männer. Sorry das ich anatomische Grundkenntnisse der 4. klasse vorrausgesetzt hab.

Das gibt uns jetzt aber doch ein großes Rätsel auf. Wenn Frauen doch angeblich pausenlos reden… womit machen sie das dann überhaupt? Mit den Händen? Mit der Nase? Oder wenn behauptet wird, dass Männer mehr zu sagen haben als Frauen, lässt sich das letztendlich doch rein anatomisch erklären?

Und wie wird sich eigentlich dieser revolutionäre anatomische Lehrstoff modernen Grundschulunterrichts auf die nächste Runde der PISA-Studien auswirken? Wir dürfen gespannt sein!

<Nick> Text

Donnerstag, 21. Januar 2010

Kurz und knapp. Ich habe gerade diese Einsendung hier gefunden:

<Nick> Kp
<Nick> weil du heute so bedröppelt warst
<Nick> Was
<Nick> BEDRÖPPELT!!!!
<Nick> Ja
<Nick> ja du warst bedröppelt
<Nick> Ja und
<Nick> warum warst du bedröppelt ?
<Nick> Kp

Schön, dass sich mal jemand so akribisch an die Formatierungsrichtlinien auf unserer “Hinzufügen”-Seite gehalten hat. Offenbar lesen die Leute die Regeln doch.

Hackerdingsbumsscheissendreckverdammtnocheins!!!1!

Mittwoch, 1. April 2009

Sodele, nu isses geschafft!

Ich bin nicht mehr Herr von GBO. Ich komm weder in die Datenbank noch ins Adminpanel rein. Sämtliche Passwörter sind anscheinend geändert worden. ich hab noch keine Ahnung, was genau da abläuft, aber ich halte euch auf dem laufenden.

Mein Anwalt wird vorsichtshalber mal eingeschaltet, evtl. is es ne Straftat, was da grade passiert.

Ich könnt soo kotzen, ich hab so ne Krawatte :/

Premiere: der GBO-Tagesrückblick für den 11. März 2009 #winnenden #amoklauf #medienchaos #illuminati

Donnerstag, 12. März 2009

Als Erstes kläre ich vielleicht am Besten den Titel. Von einer Premiere zu sprechen, ist faktisch gesehen richtig, auch wenn es wahrscheinlich keinen weiteren Tagesrückblick dieser Art geben wird. Es liest sich aber so schön, dass ich den falschen Eindruck gerne in Kauf nehme. Immerhin verdreifacht sich so mein Monatseinkommen. Oder so. Was die komischen Wörter mit dem # davor sollen, hätte ich vor dem 11. März auch nicht gewusst, aber wer an diesem Tag auf Twitter vorbeigeschaut hat, weiß jetzt Bescheid: das ist sinnloser Quatsch. Wieder was gelernt.

Thema dieses Tagesrückblicks ist, im weiteren Sinne, der Amoklauf in Winnenden, Nähe Stuttgart. Die ganzen Details überspringe ich an dieser Stelle, aus mehreren Gründen. Zum einen bin ich keine Nachrichtentante, zum anderen gibt es zum Thema so unglaublich viele interessante Details, dass sich manche davon gar widersprechen. So macht Berichterstattung doch Spaß, oder?

Die Suche nach dem Übeltäter, oder so

Wer hat daran Schuld, dass die Berichte (“mal wieder”, denkt sich der N24-Zuschauer) so durcheinander waren? stern.de gibt dem Internet die Schuld. Besonders prägnant:

Während ausgebildete Journalisten eigentlich wissen, wie mit Namen, Adressen und Bildern umgegangen werden darf, erfährt man bei Twitter schnell, wie der mutmaßliche Täter heißt. Das Elternhaus wird in aller Pracht gezeigt, und damit man es auch findet, gibt es den Link zur Adresse dazu. Der Pressekodex gilt halt für die Presse, und nicht für ein Medium, welches von vielen fälschlicherweise als die Zukunft des Journalismus betrachtet wird.

Mit anderen Worten: die ausgebildeten Journalisten haben alles richtig gemacht. Ich bin nicht ganz sicher, ob stern.de uns damit sagen möchte, dass Bild keine ausgebildeten Journalisten beschäftigt, oder ob sie Angst vor der bösen Konkurrenz-Fertigmachabteilung (oder was auch immer sie sich da genau vorstellen) von Bild haben… jedenfalls hat Bild vorbildlicherweise den vollen Namen, unzensierte Bilder vom Täter und unbeteiligten Schülern aus der näheren Umgebung und Bilder vom Elternhaus (mit Ortsangabe für Fans von Google Maps und so) veröffentlicht. Einen Link möchte ich an dieser Stelle nicht setzen, weil ich diese Informationen weder verbreiten noch den Marktanteil von bild.de vergrößern möchte, aber der Artikel wird sicher nicht so schnell verschwinden, falls ihr das unbedingt nachprüfen wollt.

Gerüchte müssen nicht durch Tratsch entstehen

Wie üblich ergeht man sich bei Bild, und wahrscheinlich auch bei anderen Zeitungen und Onlinemagazinen, in wildesten Spekulationen. Der Täter hatte es vielleicht nur auf Frauen abgesehen, meint Bild, denn 11 von mindestens 16 16 17 15 Opfern waren Frauen! Wow, das ist feinste statistische Analysekunst! Ich glaube, ich schmeiß mein Studium doch besser weg… solche wissenschaftlichen Höheflüge werden mir wohl niemals gelingen. Vermutlich kommen demnächst noch Spekulationen, dass er nachts satanische Messen auf Friedhöfen abgehalten und dabei Hunde geopfert hat (oder es zumindest versucht hat, bis plötzlich sein verstorben geglaubter Großvater… und so weiter).

Äußerst fundierte Ursachenforschung

Und natürlich gehen auch wieder die großen Diskussionen über die Ursachen von Amokläufen los. Es ist ja völlig logisch, dass jeder Amoklauf die gleiche Ursache hat. Und dass die Gründe eines Amokläufers immer ganz unkompliziert und ganz leicht erkenn- und erklärbar sind. Das macht schließlich die Berichterstattung und den politischen Aktivismus viel einfacher. Man gebe einfach so genannten Killerspielen, Horrorvideos, “harter Musik” (okay, leider hat der Täter diesmal laut $beliebige_quelle klassische Musik und Opern gehört), schwarzer Kleidung (fast alle Berichte sprechen vom “schwarzen Kampfanzug”, den der Täter trug) oder der Verfügbarkeit von Waffen in der Umgebung die Komplettschuld – fertig! Reißerischer Bericht geschrieben, hirnrissiges Gesetz (z.B. Verbot von schwarzer Farbe) verabschiedet, Thema durch. Nie wieder Amokläufer, juhu! Außerdem mehr Wähler im nächsten Wahlkampf, weil man sich ja schnell und konsequent drum gekümmert hat. Was will man mehr? Dass den Hinterbliebenen und den nächsten Opfern damit nicht geholfen ist, ist ja eigentlich nicht so wichtig. Ein bisschen (immerhin durchaus auch echte) tiefe Betroffenheit reicht sicher aus.

Quellenauswahl für Anfänger

Die Berichterstatter (außer stern.de, versteht sich) haben sich übrigens sehr über das Internet gefreut. Vor allem über Twitter, den Microblogging-Dienst. Da haben irgendwelche Leute, die gerade in der Gegend waren, über Twitter Bekannte vor dem Geschehen im Ort gewarnt, und prompt wurden sie von Interviewanfragen der internationalen Presse überschwemmt. Weil sie natürlich alle so sehr vor Ort waren, dass sie wahrscheinlich sogar die Schüsse sehen konnten.

Kurz gesagt: bei aller Fehl- und Überinformation, die im Internet umhergekreist ist, waren auf jeden Fall gewisse Vertreter der “klassischen” Medien nicht weit hinterher. Aktuelle Meldungen sind schließlich viel wert… ob sie auch korrekt sind, ist manchem dabei vielleicht weniger wichtig.

Danke für die respektvolle und gesicherte Berichterstattung, liebe Medien! Wenn ich ein paar Jahre an mir arbeite, werde ich vielleicht auch irgendwann so toll. Ich möchte auch mal soviel Gutes tun können.

Mehr Schmerzen müssen her! Warteschleifenmusik #3

Samstag, 7. März 2009

Zweimal haben wir dieses Konzept schon mit großem Erfolg getestet: einen ungefilterten Auszug aus den Einsendungen bei german-bash.org hier im Blog veröffentlichen. Dass nach wie vor viele äußerst unlustige Dinge bei uns ankommen, ist wohl für keinen eine allzu große Überraschung. Überraschend ist allerdings immer wieder, wie unlustig manche Einsendungen sind.

50 frisch geerntete Einsendungen folgen. Ihr seid gewarnt worden. (weiterlesen…)

Obwohl… einen hab ich noch!

Donnerstag, 22. Januar 2009

Und zwar den hier (Namen und Formatierung geändert):

<Feinkost> 2 informatiker >.< [es ging da um ein männlichen und ein weiblichen informatiker]
<Feinkost> Beide sind rattig..
<Feinkost> Ein PC geht nicht..
<Feinkost> Was ist wichtiger?
<Soja> der PC, es sind Informatiker

Ich halte fest: es ist tatsächlich möglich, die Antwort einer Scherzfrage komplett vorwegzunehmen und gleichzeitig den maximal möglichen Pointenmangel zu erreichen, kombiniert mit einer Antwort, die dank vermeintlichen Erklärungsbedarfs die Humorleistung noch einmal… verändert.

Sollte jemand den Scherz nicht begriffen haben, erkläre ich ihn gerne nochmal, vielleicht wird er dadurch noch besser: von Informatikern sagt man gerne, dass sie sozial gestört sind und Computer (gemäß dem verbreiteten Irrglauben, Informatik hätte irgendwas mit Computern zu tun) die höchste Priorität in ihrem Leben haben. Stellt man sich jetzt eine Situation vor, in der eine Informatikerin und ein Informatiker beide “rattig” sind, also, frei interpretiert, soziale Bedürfnisse haben, dann würden fast alle Leute die Folge als eindeutig einstufen: die, äh, Bedürfnisse führen quasi automatisch zu einer, äh, Unterhaltung.

Nun aber, völlig unerwartet, kommt ein Computer ins Spiel. Es bahnt sich ein schicksalshafter Konflikt an: die erwartete… Unterhaltung… oder doch lieber den Computer auseinandernehmen? Die Antwort scheint zunächst klar, doch so langsam fügen sich viele kleine Details, die einzeln betrachtet völlig unverfänglich erschienen, zu einem erstaunlichen Gesamtbild zusammen: Informatiker haben, wie man gerne behauptet, sehr ungewöhnliche Prioritäten. So ungewöhnlich, dass sie selbst die eigentlich unvermeidliche ausgiebige Diskussion mit Körpereinsatz aufschieben, weil der Computer ja ihr ein und alles ist. Herr oder Frau Soja erkennt das in einem plötzlichen Anflug geistiger Klarheit sofort und löst auf.

Jetzt ist die Einsendung doch gleich viel witziger, oder?

Wer das Ganze noch lustiger machen kann, trete vor!

Wegen großer Nachfrage verlängert: Warteschleifenmusik #2

Mittwoch, 21. Januar 2009

Und weiter geht’s im Grusel- und/oder Langeweilekabinett aus unserer Zitatewarteschlange. Wie auch beim letzten Mal habe ich alle Zitate, die gerade drin waren, rüberkopiert und absolut nichts gefiltert. Ich hab nur alle Leerzeilen in sämtlichen Zitaten entfernt. Wie auch beim letzten Mal gilt: welche davon es auf die Seite schaffen, erfahrt ihr demnächst vermutlich von ganz alleine.

Um die Forderungen nach weiterer Warteschleifenmusik schon mal im Voraus zu beantworten: ich werde das in sehr großen unregelmäßigen Abständen machen, um zu verhindern, dass wir von der “mir doch egal, wie, Hauptsache, mein Name steht irgendwo”-Minderheit unter den Einsendern dauerhaft noch mehr Müll geschickt kriegen.

Seid ihr bereit? (weiterlesen…)

Zitate bemängeln: ein Kurzlehrgang

Dienstag, 6. Januar 2009

Offenbar ist das mit dem Zitatbeschwerden schreiben nicht so einfach, wie es aussieht. So erreichte uns gerade zu irgendeinem Zitat folgende Beschwerde:

wooo ist das scooby doo quote hin? bringt it back!

Okay, offenbar ist Schreiben generell nicht einfach, aber das ist ja nun wirklich keine neue Erkenntnis… spätestens nach dem letzten Beitrag hier. Kommen wir aber zur Erläuterung des Beschwerdeverfahrens.

Die Beschwerdefunktion ist wie folgt aufgebaut: ihr schickt Beschwerden ein (mit Hilfe des “x”-Links, der am Zitat dranklebt). Uns wird eure Beschwerde dann mitsamt dem bemängelten Zitat angezeigt. Wir schauen uns den Sachverhalt an und machen eins der drei folgenden Dinge:

  1. wir bearbeiten das Zitat, um z.B. Formatierungsfehler zu beseitigen;
  2. wir löschen es;
  3. wir schmeißen die Beschwerde(n) weg und lachen oder weinen dabei (je nach Inhalt).

Keine dieser drei Optionen erlaubt es uns, irgendwelche völlig anderen Zitate zu behandeln, und schon gar nicht welche, die überhaupt nicht mehr da sind. Aus diesem Grund können wir maximal zwei Dinge tun, wenn uns eine Beschwerde erreicht, die sich nicht auf das Zitat bezieht, zu dem sie eingewandt wurde:

  1. lachen (optional);
  2. wegschmeißen.

Hier gleich noch ein weiterer Hinweis für die Beschwerdeführer unter euch: Beschwerden gegen die Top-50-Zitate führen nur in Ausnahmefällen dazu, dass wir irgendwas löschen… außer die Beschwerde, versteht sich. Wir rechnen zwar damit, trotzdem weiter regelmäßig welche zu kriegen, aber vielleicht fühlt sich der eine oder andere ja nach diesem Hinweis wenigstens dazu berufen, uns zu verraten, was denn an den Top-50-Zitaten so böse ist. Immerhin haben wir schon ein paarmal erfahren, dass diverse unserer Zitate nur auf Kosten irgendwelcher Personen oder Personengruppen lustig sind. Danke für den Hinweis!

Bevor noch jemand nach dem Scooby-Doo-Zitat fragt, verrate ich euch auch das noch: wir haben es entfernt, weil uns jemand einen Link auf ein bash.org-Zitat gegeben hat, von dem es übersetzt wurde. Wir erinnern uns: german-bash.org ist keine Seite für Englisch/Deutsch-Übersetzungen.

Update vom 12. Januar: Heute haben wir eine weitere Beschwerde ähnlicher Art zu irgendeinem Zitat gekriegt:

Hallo, wird das Scooby Doo Zitat wieder erscheinen? Wenn ja wann? Bitte email an [entfernt]@lycos-mr

Aus schwer zu erklärenden Gründen können wir leider nicht per E-Mail antworten. Lieber Einsender, lies doch bitte diesen Blogartikel, der beantwortet deine Frage.

Ihr habt es so gewollt: Warteschleifenmusik #1

Montag, 5. Januar 2009

Dieser Beitrag richtet sich an all die mutigen Seelen, die trotz unserer regelmäßigen Warnungen beharrlich weiterhin an das Gute im Internet glauben. Besonders daran, dass das Zeug, das wir zugeschickt kriegen, doch gar nicht so fürchterlich sein kann, wie wir immer sagen. Hier habt ihr einen völlig ungefilterten Auzug aus der Warteschlange; jeder Absatz ist eine Einsendung. Die Zitate sind in genau dieser Reihenfolge gekommen und wir haben dazwischen nichts ausgelassen.

Welche davon tatsächlich freigeschaltet werden, seht ihr ja dann in den nächsten Tagen von ganz alleine…

Da die Zitate teils geschmacklos, teils intelligenzsenkend und teils einfach nur fürchterlich langweilig sind, haben wir sie sicherheitshalber hinter einem Link versteckt, so dass sie nur auf der separaten Beitragsseite zu lesen sind.

(weiterlesen…)