In dieser experimentellen Beitragsserie erklären wir von GBO Begriffe aus dem Alltag. Zur Erinnerung sowohl an uns als auch an euch (schließlich sind wir alle typische Nerds ohne echtes Leben und Einblick in die Welt der normalen Menschen): Alltag ist da, wo das WLAN-Kabel liegt, und jenseits der Jalousien… also da, wo wir alle niemals hingehen können.
Heute geht es um den Beschwerdebrief. Ein Beschwerdebrief dient dazu, einer Organisation oder einem Unternehmen irgendeiner Art Rückmeldung über ihre Angebote oder Tätigkeiten zu geben. Statistisch gesehen wird ein Beschwerdebrief häufiger von unzufriedenen Leuten verschickt als von zufriedenen (Quelle: GBO-Geheimakte 38849/IIc).
An dieser Stelle setzen wir mit Logik an, um uns herzuleiten, wie ein solcher Beschwerdebrief inhaltlich aussehen mag. Es ist davon auszugehen, dass ein Beschwerer (allerdings kein Briefbeschwerer) mit dem Einsenden seiner Beschwerde irgendein Ziel erreichen möchte, beispielsweise eine Änderung der Angebote oder Tätigkeiten des Empfängers, oder eine Entschädigung. Zum Erreichen von Zielen im Umgang mit anderen Menschen haben sich zwei Taktiken besonders bewährt, häufig umschrieben als Zuckerbrot und Peitsche.
Die erste Variante bedeutet, dass man einen freundlichen, verständnisvollen Tonfall anschlägt und eine positive Konsequenz in Aussicht stellt, wenn das Ziel erfüllt wird. Gerüchten zu Folge führt das konsequente Anwenden dieser Methode tendenziell dazu, dass der Disputpartner gerne weitere Geschäfte mit einem macht. Wollte sich jemand bei GBO beschweren, könnte er diese Taktik z.B. anwenden unter Angabe der positiven Konsequenz, GBO in seinem kleinen und völlig irrelevanten Blog zu verlinken, um die Bekanntheit von GBO enorm zu erhöhen.
Bei der zweiten Variante fährt man härtere Geschütze auf. Man beschreibt präzise den Missstand und fordert mit Nachdruck das Anstreben des gewünschten Ziels. Zur Verbesserung der Erfolgschancen droht man negative Konsequenzen an, falls das Ziel nicht erreicht wird. Auch hier wieder ein Beispiel bei GBO: ein Beschwerer könnte damit drohen, GBO nicht mehr zu besuchen und damit unsere monatlichen “Einnahmen” um weniger als mehrere Milliarden Euro zu kürzen. Genau gesagt: um schätzungsweise ein paar Bruchteile eines Cents.
Wichtig bei beiden Verfahren ist, dass man eine entsprechende Konsequenz liefern kann, die für den Adressaten eine Bedeutung hat. Im Falle von GBO ist das natürlich leicht, wie oben schon beschrieben, aber es kann oft schwierig werden, ein riesiges Unternehmen (wie z.B. einen Hersteller eines verbreiteten Betriebssystems) überzeugen zu können. Man würde beispielsweise sicher nicht weit damit kommen, dem Unternehmen anzubieten, sein Produkt in seinem kleinen und völlig irrelevanten Blog zu verlinken, oder dem Unternehmen anzudrohen, das Produkt nie wieder zu kaufen.
Nun, da ihr wisst, wie eine effektive Beschwerde an GBO aufgebaut sein könnte, ist es an der Zeit, ein Beispiel aus der Praxis anzubringen. Eine vorbildliche Beschwerde erhielten wir kürzlich von einer Person, die sich als “Du drecksack!” bezeichnete. Lest sie euch aufmerksam durch, ihr könnt daraus sicher einiges über erfolgreiches Beschweren lernen!
sag mal seid ihr bescheuert? nehmt den scheiss quote mit dem tot und dem koma des vaters und der mutter des einen jungen raus
wie hirnrissig seid ihr penner eigentlich? habt ihrn arsch offen? wo liegt denn da noch die würde wenn soetwas derartig auf einer vermeidlich ”lustigen” seite ausgestellt wird?! DAS IST UNTER ALLER SAU!
Kurze Zeit später erreichte uns folgende Ergänzung:
sachma ihr dreckigen penner habt ihr das nich gepeilt? nehmt den quote raus!
Übrigens hat es zu diesem Thema auch schon eine Minidiskussion hier im Blog gegeben, und das erwähnte Zitat wurde inzwischen gelöscht.
Wir hoffen, euch mit diesem Artikel die Welt ein Stückchen klarer gemacht zu haben. Unsere Köpfe sind leider gar nicht klarer geworden, aber das ist wohl jobbedingt. Wir haben jedenfalls vage Pläne, die Artikelserie mit einem Beitrag über politische Demonstrationen fortzusetzen, aber wenn ihr andere Vorschläge habt, immer her damit!