Kritik: gelesen und beantwortet

Eigentlich wollte ich im Blog grundsätzlich nichts Ernsthaftes schreiben, aber da sowohl hier im Blog als auch anderweitig häufig immer wieder die gleichen Kritikpunkte in unterschiedlich konstruktiver Form auflaufen, werde ich die hier mal an zentraler Stelle beantworten. Ich werde diesen Artikel immer mal wieder erweitern, wenn irgendwas neues auftaucht, das wir regelmäßig zu hören kriegen. Dann kann ich Leute einfach hierher verweisen. Bitte nehmt es uns nicht übel, dass wir nicht jede Kritik persönlich beantworten können; dafür haben wir zuviel anderes zu tun.

Vorsicht, der Artikel wird lang.

Das Blog ist unlustig/niveaulos!

Mir gefällt auch der Blog insgesamt nicht. Es wird so dermaßen über andere Leute hergezogen, weil sie nicht richtig schreiben können. Ja und? So lange es noch halbwegs lesbar ist, sollte das egal sein. Aber jemanden dafür an den Pranger stellen, ist echt das letzte.

Gleich vorneweg: ja, wir haben manchmal eine gewisse automatische Abneigung gegen Leute, die Zitate einsenden. Das ist ein Effekt, der sich einstellt, weil die Einsender für uns eine gesichtslose Masse sind und in dieser Masse immer ein paar Leute dazwischen sind, auf die wir gut verzichten könnten. Genauso sind die Moderatoren von german-bash für die meisten Einsender auch eine gesichtslose Masse. Dass auf beiden Seiten Menschen sind, ist rein logisch gesehen völlig klar, aber Gefühle haben mit Logik wenig zu tun. So kommt es, dass wir manchmal ein bisschen frustriert über die Einsender sind und andererseits regelmäßig Einsendungen bei uns ankommen, in denen wir wüst beschimpft werden, oder Chatzitate, in denen sich Leute darüber unterhalten, wie schlecht wir als Moderatoren doch sind, jeder dahergelaufene Idiot könne das besser als wir.

Andererseits freuen wir uns auch über die Einsendungen. Das liegt zum einen daran, dass in Abständen wirklich absolute Perlen eingeschickt werden. Zum anderen wissen wir natürlich letztendlich, dass rein statistisch gesehen in einem redaktionellen System mit niedriger Hemmschwelle bei der Einsendung nur ein kleiner Teil der Einsendungen gut sein kann, und dass der überwiegende Teil der Einsender seine Zitate mit den besten Absichten einschickt (wobei es auch viele Leute gibt, deren Einsendungen sich nur darum drehen, dass sie unbedingt auf GBO veröffentlicht werden wollen). Richtiger Frust kommt meistens von dieser letzten Gruppe, die sinnvolle Dinge wie das hier einschickt (einem erhaltenen Zitat nachempfunden, sic):

<Hubert> lasst uns mal irgendwas lustiges sagen damit wir auf gbo kommen
<Werner-Traugott> looool

Oder wie wär’s mit dem hier (ebenfalls nachempfunden, sic):

ihr seit alle hurensöhne warum schaltet ihr meine quotes nie frei wenn das hier durchkommt werd ich wahnsinnig !!!1111

Wir hatten drei Hauptgründe dafür, das Blog zu starten:

  1. Als Frustbekämpfungsmethode. Manchmal macht es wirklich keinen Spaß, hunderte von überwiegend unlustigen Zitaten durchzulesen, und es ist wirklich verlockend, einfach per Bleifinger alle Zitate als schlecht einzuordnen. Da hat es sich erfreulicherweise auch sehr bezahlt gemacht, dass wir in letzter Zeit drei neue Moderatoren mit ins Boot genommen haben, denn seitdem ist die Warteschlange immer angenehm kurz und man kann sich wirklich darauf konzentrieren. Deshalb sind die beiden anderen Punkte vielleicht wichtiger.
  2. Für mehr Spaß. Das Blog ist zu einem nicht unwesentlichen Teil einfach dazu da, aus den Einsendungen mehr Unterhaltung herauszuholen. Wenn man Einsendungen einfach nur als Inspiration zu zusätzlichen Kommentaren verwendet, müssen die Einsendungen selbst gar nicht soo lustig sein. Es ist richtig, dass wir zu manchen Einsendungen nicht gerade freundliche Dinge schreiben; dazu später mehr.
  3. Um die Moderation effektiver zu machen. Klingt paradox? Vor allem für mich (bis jetzt bin ich ja der einzige, der hier Artikel schreibt) hat sich das Blog gelohnt, weil ich seitdem alle Zitate aufmerksamer lese, nämlich auch noch im Hinblick darauf, ob man daraus einen Blogartikel machen könnte. Das Blog dient also auch als psychologischer Trick.

Das relativiert dann vielleicht ein bisschen diese Kritik:

Den Weg, welchen ihr nun einschlagt, halte ich für völlig verfehlt. [... Ihr verwendet eure] Energie, um sie in ein überflüssiges Blog zu stecken, in dem sich eh nur über die Menschen, die eigentlich Eure treuen Leser, Fans und Quotegeber sind, lustig gemacht wird.

Auf den letzten Punkt davon sollte ich vielleicht nochmal getrennt eingehen. Ich möchte da erstmal eine wichtige Unterscheidung machen: wir machen uns nicht über Menschen lustig, sondern über Einsendungen, oder die in ihnen porträtierten Charaktere. Um uns über irgendwelche Leute lustig zu machen, müssten wir erstmal ihre Namen kennen. Man kann Personen nicht effektiv verspotten, wenn man sie gar nicht kennt. Ganz ehrlich: ich glaube auch gar nicht, dass es hier irgendwelche Opfer gibt. Zum einen hat sich bis jetzt erst eine einzige Person zu Wort gemeldet, deren Einsendung (zumindest angeblich) hier veröffentlicht wurde. Von Protest war keine Spur zu sehen, es klang eher nach Belustigung. Er (oder sie) hat unseren Artikel ein bisschen relativiert, aber da wir hier generell ein bisschen härter zupacken, als realistisch ist, rennt er (oder sie) damit bei den meisten wahrscheinlich offene Türen ein.

Warum die Artikel so gemein sind? Nun, das ist einfach der inhärente (so, wer mag, kann mir jetzt nochmal vorwerfen, dass ich ja nur Lexika wiedergeben kann) Stil von GBO. Wären wir eine Seite, die Kindergartenwitze sammelt, würde sich auch das Blog entsprechend lesen. In den Zitaten geht es aber (meistens) nicht ums Blümchenstreicheln, sondern um Leute, denen weniger angenehme Dinge passieren. Ich habe nur begrenztes Verständnis für diejenigen, die das in einem Zitat absolut okay finden, aber in einem Blog plötzlich nicht mehr… und sind diejenigen, die nicht einmal unsere Hauptseite mögen, hier nicht vielleicht einfach fehl am Platze?

Andere Leute bemängeln, dass wir uns mit aggressiven Artikeln auf die Stufe derjenigen herablassen, die uns am meisten auf die Nerven zu gehen versuchen. Dazu sage ich nur: stimmt genau! Der Unterschied ist, dass ich mich nicht ärgere, sondern freue, während ich den Artikel schreibe. Wenn mir eine Einsendung zu einem Artikel verholfen hat, hat sie sich für mich gelohnt. Wenn man diese Freude aus einem Artikel nicht herauslesen kann, ist das eine stilistische Entscheidung meinerseits.

An dieser Stelle sollte ich vielleicht als Beispiel für einen insgesamt weniger gut bewerteten Artikel meinen Flamewar-Fernkurs erwähnen. Viele Leute haben ihn mit Flames bedacht, und insoweit haben sie sich den Inhalt offensichtlich zu Herzen genommen. Ich finde es aber schade, dass die wenigsten Leute dabei richtig kreativ geworden sind. Viele schienen zu glauben, dass das ein hochernstes Thema war und hier irgendeine Rache ausgeübt werden sollte oder so. Entsprechend haben sie gleichermaßen ernsthaft mir (und in einem Aufwisch gleich auch noch allen anderen GBO-Moderatoren, die mit dem Artikel nicht einmal was zu tun hatten) geistige Unzulänglichkeit, mangelnde Reife etc. etc. attestiert und darauf hingewiesen, dass der Artikel objektiv unlustig war undsoweiter. Immerhin haben sie dabei ganz klar einen der Kernpunkte von Lektion 1 berücksichtigt: ein praktisch immer erfolgreiches Element eines Flamewars ist es, dem Anderen seine Intelligenz abzusprechen. Aber im Vergleich zu wirklich bemerkenswerten historischen Flamewars wirkten die entsprechenden Kommentare überwiegend halbherzig und lustlos. Es war kein einziger Verweis auf Godwin’s Law oder andere übliche Flameelemente zu finden. Stattdessen haben eine unüberschaubare Anzahl Leute neben der Fehlzitierung eines einzigen Wortes (das Verstümmeln von Zitaten zum Schüren von Flamewarws wäre vielleicht Material für eine zweite Lektion oder ein Basisseminar Trollen; ich hatte gedacht, die erste Lektion würde da ausreichen) kaum andere Angriffsstellen genutzt. Vielleicht hätte ich wirklich, entgegen meiner persönlichen Moral, über Leute mit Down-Syndrom (das Wort “mongoloid” ist, soweit ich weiß, schon länger nicht mehr politisch korrekt) herziehen müssen, um an richtig kreative Flames zu kommen… oder wir müssen noch ein paar weitere Lektionen nachreichen, um den Ideenfluss ein bisschen anzuregen.

Die Frage ist jetzt: hatte ich ein Ziel? Wenn ja, habe ich es verfehlt? Werde ich ganz furchtbar traurig, wenn ich jemals mitkriegen sollte, dass die ursprünglichen Einsender nicht ganz füchterlich geknickt sind, nachdem sie das gelesen haben? Ging es mir darum, diesen Leuten irgendwas mitzuteilen?

So, genug dazu. Das ist nämlich nur ein Kritikpunkt, der häufig auftaucht, und wir haben ja noch ein paar andere zu besprechen.

Ihr veröffentlicht zu wenig! Oder: ihr veröffentlicht nur Scheiße!

Ich zitiere hier nur eine der beiden Positionen, gehe aber auf beide ein.

Wie schon gesagt, seit einigen Monaten stellt sich die Lust auf GBO echt ein. Zunächst mal, ich glaube ich bin da nicht allein, ist die minimale Zahl der Neuquotes ein großes Thema. Es wird oft gesagt, die Qualität der Quotes stimmt nicht; das ist Blödsinn. Selbst in Eurem neuen Blog [...] postet ihr eine nicht wirklich lange Warteschleife, die das ein oder andere recht lustige Quote beinhaltet. Wer eine Webseite unterhält und um Spenden bittet [...], der kann da anders verfahren.

Wie denn? Wir haben doch letztendlich die Wahl. Entweder wir veröffentlichen viel (womit die Zahl der Beschwerden über miese Zitate steigt) oder wir veröffentlichen gute Zitate (womit die Zahl der Beschwerden über zu wenig Zitate steigt). Unser Anspruch an GBO führt dazu, dass wir uns ohne große Debatten für die zweite Variante entscheiden.

Und jetzt? Wir können nicht beide Arten von Kritikern zufriedenstellen, denn wir schreiben die Zitate nicht selbst. Wir können nur auf das reagieren, was wir erhalten.

Jetzt sagen Leute natürlich sowas wie:

Ich bin kein Chatkiddy, ich bin 27 Jahre alt und habe einfach mal angetestet, wie Ihr wirklich so verfahrt und habe über einige Wochen verteilt einige Logfiles, die wirklich alles andere als miesen Humor hatten, eingeschickt. Seltsamerweise wurde davon nie eines veröffentlicht.

Hier kommt Axiom 1 ins Spiel:

Axiom 1: Humor ist subjektiv.

Ich habe beispielsweise viel für Dadaismus übrig (was das mit Mangos zu tun hat, will ich an dieser Stelle nicht näher ausführen). Viele andere Leute finden das einfach nur langweilig und/oder schwachsinnig. Wer hat Recht?

Alle.

Wer das nicht akzeptieren mag, dem kann ich leider keine ernsthafte Antwort bieten. Alle anderen werden sicher sehen, wieso eine unglaublich hohe Anzahl an Zitaten niemals veröffentlicht wird: Grundprinzipien der Statistik (Normalverteilung, zwei Standardabweichungen usw.) legen nahe, dass nur ca. 5% aller Einsendungen wirklich gut sein können. Dazu kommen Verzerrungen. Zum Beispiel schicken Leute, deren Zitate nicht veröffentlicht werden, scheinbar häufiger Sachen ein (ich habe eine kleine Liste von Namen von Extremfällen dieser Kategorie im Kopf, bei denen ich quasi automatisch weiß, dass die Einsendung nicht lustig sein wird, wenn einer dieser Namen in einem Zitat auftaucht). Warum das so ist, darüber könnte ich nur spekulieren, und das spare ich mir lieber. Gelegentlich ist Spam dazwischen. Dazu kommt Axiom 2.

Axiom 2: Situationskomik ist (wenn überhaupt) nur einmal lustig.

Ein weiterer nennenswerter Teil aller Einsendungen sind Zitate, die schon dagewesenes höchstens mit leichten Veränderungen nochmal wiederholen. Die Tendenz steigt natürlich, zumal unsere Zitatarchive und die von ähnlichen Seiten immer mehr wachsen. Das muss nicht einmal bewusstes Abschreiben sein; es kann auch jemand auf seiner Mission, ein bisschen Spaß in irgendeinen Chat zu bringen, ein irgendwann mal gelesenes Zitat ausleihen und ein anderer Chatter, der es noch nicht von der Originalseite kannte, schickt es prompt an uns. Manche Ideen gibt es auch einfach mehrfach, und dann gibt es noch Urban Legends, die sich ja häufig auf allen möglichen Wegen in einem Wahnsinnstempo ausbreiten. Sowas passiert halt. Uns bleibt dann nichts anderes übrig, als das Zitat wegzuschmeißen, auch wenn es eigentlich ganz schön war.

Weiterhin erhalten wir sehr viele Zitate, bei denen wir uns nur verwirrt (wobei das natülich unser geistiger Normalzustand ist) am Kopf kratzen können. Während sicher ein paar davon einfach nur generell mies sind, vermute ich, dass in vielen Fällen einfach mehr Wissen über die Situation, aus der das Zitat stammt, nötig gewesen wäre, um darüber lachen zu können. Damit können wir solche Einsendungen leider grundsätzlich nicht gebrauchen: erstens kennen wir diesen Kontext nicht, zweitens — wenn jemand den Kontext als Anmerkung dazuschreibt, was in Abständen auch mal passiert — ist ein Witz, den man erklären muss, einfach nicht so besonders toll.

Natürlich machen die Kritiker nicht bei diesen paar Punkten halt, aber das waren die, die wir am meisten hören. Hier also noch ein paar verstreute andere sowie Verbesserungsvorschläge, die wir gut leider nicht umsetzen können:

Verschiedene kleinere Kritikpunkte

Ihr lest die Einsendungen ja gar nicht!

Wenn man Eurer Technik Glauben schenken darf, ich tue das an dieser Stelle einfach mal, dann löscht ihr oft Dinge, die ihr gar nicht lest. Ich habe es in den letzten Wochen sehr oft beobachtet, dass eine Warteschlange von mehreren hundert Quotes vorhanden war, bei der nächsten Aktualisierung allerdings nur noch drei, vier oder fünf Quotes in der Schlange waren; seltsamerweise wurde teilweise aus 5.000 eingesendeten Quotes nie eins veröffentlicht. Die waren wohl wirklich alle so unlustig?

Zur Frage am Ende: ja (oder sie sind eben aus einem der anderen erwähnten Gründe nicht durchgekommen). Dass die Zitate allerdings wirklich so extrem schnell aus der Warteschlange verschwinden, ist eine Illusion. Da german-bash eine recht gut besuchte Seite ist, haben wir einige technische Optimierungen eingebaut, die den Server am Verdampfen hindern sollen. Beispielsweise werden viele der angezeigten Werte nicht laufend aktualisiert, sondern nur in gewissen Zeitintervallen (an die Details erinnere ich mich gerade nicht).

Werdet doch mal moderner!

Erstellung einer neuen Scriptware für GBO selbst! Man soll ja mit der Zeit gehen, nicht wahr?

Das ist ein relativ unklarer Vorschlag. Was soll die denn anders machen? Wenn man Dinge von vorne anfängt aus dem alleinigen Grund, dass sie alt sind, nennt man das Aktionismus, und es ist relativ sinnfrei.

Wir haben aber natürlich selbst jede Menge Ideen, was man alles erweitern könnte. Große Pläne sogar. Warum haben wir die wohl nicht schon längst umgesetzt? Weil das Arbeit ist. Und zwar Denkarbeit vom Feinsten, anders als das Moderieren, das ja nun auch schon ordentlich Arbeit ist. Klar, viele Leute erzählen dann, dass das ja keine große Sache ist. In Fachkreisen gibt es dafür die schöne Umschreibung “a simple matter of programming” (SMOP). Das steht für Dinge, die an sich einfach klingen, aber in der Praxis nicht einfach sind und außerdem noch mit jeder Änderung wesentlich komplizierter werden. Wer sich schon einmal näher mit Softwarearchitektur und -wartung beschäftigt hat, weiß vielleicht, dass Entwicklung ein logarithmischer Prozess ist: der Gewinn durch Entwicklungsaufwand, der über Zeit konstant bleibt, wird immer weniger und weniger.

Man hat also die Wahl: entweder fängt man ganz von vorne an oder man schraubt am alten System rum, das dabei zwangsläufig immer verworrener und komplizierter wird, weil ursprüngliche Designannahmen jetzt auf einmal nicht mehr stimmen und jede Kleinigkeit auf irgendwelchen Umwegen eingebaut werden muss. Fängt man von vorne an, passiert extrem häufig das, was eben passiert, wenn man ein frisch entwickeltes System von jetzt auf gleich auf die Welt loslässt: es tauchen auf einmal Fehler auf, die beim Testen nicht gefunden wurden, das Ganze läuft kriechend langsam, Daten werden verstümmelt oder was weiß ich was.

Die einzige wirkliche Alternative ist, im Grundgerüst rumzuschrauben, bis man die neuen Sachen relativ problemlos draufsetzen kann, aber dabei möglichst viel der bestehenden Teile wiederzuverwenden. Das braucht einen ordentlichen Planungsaufwand und im Entwicklungsbereich fallen erstmal nur lästige Sachen an: Daten- und Codestrukturen planen, Basiscode für Interna schreiben… alle diese Sachen haben keinen direkt sichtbaren Nutzen.

Ich mache bei GBO mit, weil es mir Spaß macht. Ganz ehrlich: es ist nicht einfach, sich mit diesen furchtbar langweiligen Teilen zu befassen, wenn es doch eigentlich gut genug funktioniert. Klar, die Zukunftsträume sind da, aber sie werden von der Gegenwart überschattet. Dass ich noch genug andere langweilige Dinge zu tun habe und ansonsten auch viele unterhaltsame Dinge machen könnte, hilft da nicht.

Schon mindestens, seit ich bei GBO angefangen habe, gibt es Pläne, ein neues, tolleres, bunteres System zu bauen. Die Entwicklung dafür hat teilweise außerhalb vom Team stattgefunden, teilweise innerhalb. In beiden Fällen ist das Ergebnis weit von Verwendbarkeit entfernt.  Unsere teamseitigen Bemühungen machen zwar Fortschritte, aber extrem langsam.

Wir wollen auch die unmoderierten Zitate sehen!

GBO zweispalten. Eine ungefilterte Variante mit allen eingesendeten Quotes und eine gefliterte, die die Moderatoren filtern.

Das wäre sicher nett, aber das würde die ganze Sache wesentlich aufwändiger für uns machen (genau wie die auch gelegentliche gewünschte Angabe von Gründen für die Ablehnung von Zitaten). Wenn wir wirklich alle wegmoderierten Zitate veröffentlichen und in einem davon rechtlich problematisch Dinge drinstehen, sind wir dafür ganz klar inhaltlich mitverantwortlich und können uns sehr lästige Probleme einfangen. Wir müssten also den Moderationsprozess komplizierter machen: neben der Entscheidung, ob das Zitat veröffentlicht wird oder nicht, müsste noch die Entscheidung dazukommen, ob wir das Zitat rechtlich verantworten können. Das ist zum einen im Einzelfall schwer zu sagen und zum anderen aufwändig. Jetzt würde sicher irgendwer sowas sagen wie: “baut doch einfach noch einen zusätzlichen Button ein… es kann doch nicht so schwer sein, ein paar Pixel weiter rechts zu klicken!” An sich richtig, aber bei hunderten von Zitaten summiert sich das ganz erheblich.

Gebt uns eine Kommentarfunktion für Zitate!

Ein ähnlicher Vorschlag war, Zitate kommentierbar zu machen. Da stellt sich wieder die rechtliche Frage: können wir es uns erlauben, Zitate zu moderieren, die Kommentare dazu aber nicht?

Würden wir die Kommentare moderieren, können wir definitiv damit rechnen, dass wesentlich mehr Zitatkommentare als Zitateinsendungen reinkommen. Ich rechne da ganz vorsichtig mit ein paar hundert pro Tag, würde aber auch tausend für realistisch halten. Schaffen wir nie und nimmer. Diese Möglichkeit ist also vom Tisch.

Die Alternative ist, dass wir riskieren, dass sich Leute berufen sehen, plötzlich die ganzen persönlichen Details zu solchen Zitaten hinterherzuwerfen, über deren Brisanz hier im Blog schon diskutiert wurde. Als Rache vielleicht, oder um noch einen draufzusetzen. Dann wird’s richtig hässlich. Davon abgesehen würde ich fast darauf tippen, dass die meisten Kommentare sinngemäß entweder “lol” oder “langweilig” oder “find ich auch” oder vielleicht “das zitat hab ich euch auch schon mal geschickt, ihr hurensöhne” besagen würden. Macht das die Seite wirklich spannender? Ich weiß ja nicht…

Automatisches Entfernen von schlechten Zitaten

Automatische Entfernung von Quotes mit einer bestimmten Minus-Votings Anzahl. Manche Quotes sind schlichtweg nicht zu gebrauchen. Die Leser sollten eher die Möglichkeit haben, Quotes herauszuvoten als die Moderatoren.

Mit der Idee kann ich persönlich ganz wenig anfangen. Zum einen würde das die Seite mit den 50 schlechtesten Zitaten relativ sinnlos machen. Zum anderen ist der Nutzen begrenzt. Außerhalb der Flop 50 haben wir nur Zitate mit einer Minimalpunktzahl von über -100 (Achtung, mathematischer Fallstrick). Das ist in meinen Augen ein Rahmen, in dem das Zitat noch nicht wirklich schlecht, sondern nur kontrovers ist. Die derzeit niedrigste Punktzahl überhaupt ist -270; das steht in keinem Verhältnis zu den Positivbewertungen der Zitat in den Top 50. Deshalb werden wir es, wenn es nach mir geht, tendenziell weiter so handhaben wie bisher: wirklich mies bewertete Zitate werden von uns entfernt, der Rest bleibt.

149 Kommentare zu „Kritik: gelesen und beantwortet“

  1. SymmSymm sagt:

    Kleine Anregung zu eurem Blog, ich lese ihn oft in der mittagspause in meiner Firma, dort verfügen wir nur über IE 6 . Kann es sein das euer CSS Design nicht IE 6 Konform ist? Das Kommentar Feld inc. Nick/Email/www sieht man oft nur halb, und man sieht somit auch meist die Anfänge seines eigenen Kommentars nicht? Zu Hause mit FF ist das kein Thema nur hier in der Firma hab ich den misslungenen Seitenaufbau.

    Gruss Symm

  2. Lee sagt:

    Mal aktuell zu meiner Kritik hier vom 15. Januar:
    237970 <– Das stammt zum Beispiel aus einem Film, dessen Titel ich nicht mehr weiß. Wenn man diesen netten Trick schon mal gehört hat, ist das Zitat an sich langweilig. Aber ich mache euch für dieses keinen Vorwurf, weil ich das auch eher zufällig kenne. Nur, um zu zeigen, dass meine Einwände keine leeren Behauptungen sind, wenn ich das diesmal auch nicht weiter nachweisen kann. :)

  3. Ayanami sagt:

    Erstmal alle verfügbaren Daumen hoch für diese wirklich interessanten Statements! Es ist beeindruckend, dass ein Mitarbeiter von GBO sich auch noch freiwillig die Zeit nimmt (nehmen kann), so ein Blog zu unterhalten und hier auch aktiv mitzumischen.

    GBO an sich finde ich qualitativ für schon ziemlich nahe an der Perfektion. Was ich mir wünschen würde:

    - Top 100, 200, 500 (wenn man mal wirklich VIEL Zeit killen will)
    - Keine Flash-Layerwerbung mehr, die man ohne erzwungenes Popup nicht los wird (Ja, wurde hier schon erwähnt, ist nicht Bestandteil des Blogs, aber ich mache es jetzt trotzdem dazu, ätsch.)

    Ansonsten – ich habe gerade mal drübergeschaut – finde ich keinen Kritikpunkt, so sehr ich mich auch bemühe :P Weiter so!

  4. Anonymous sagt:

    Wenn jemand freiwillig und unbezahlt Zeit investiert in ein Projekt, dass ihm gefällt, dann ist es auch sein Recht die Zeit so zu nutzen wie er das möchte. Wenn diese hypotetische Person nun beschließt ein Blog zu schreiben oder Zeit in einen Aprilscherz zu investieren, dann ist das meiner Meinung nach völlig in Ordnung. Wenn der Kunde König sein will, muss er auch dafür blechen. Ansonsten finde ich die Seite super und “Weiter so!”.

  5. Okya sagt:

    Hey GBO Team!
    Ich bin an sich auch zufrieden mit gbo, gucke täglich 1-2x drauf…
    Als vllt kleinen Verbesserungsvorschlag: Eine kleine Auswahl der Warteliste, der “vorveröffentlicht” wird zum Abstimmen. Natürlich muss aus rechtlichen Gründen geprüft werden, ob die Quotes in Ordnung sind… Doch die Quotes, die quasi in der “näheren Auswahl” von euch sind, könnten doch in einer extra Liste veröffentlicht werden, die von den Usern bewertet werden.
    Alles in allem kann ich echt nur sagen: Daumen hoch! Top Seite!
    Und alle Achtung, habe Respekt vor den GBO Mitarbeitern ;)

  6. Anonymous sagt:

    An sich bin ich sehr zufrieden mit eurer Arbeit und der Gestaltung von GBO. Da ich allerdings bash.org vor GBO kannte und ich somit weiss, dass gefühlte 90% der Beiträge aus dem Englischen übersetzt wurden und die Zitate in der Form NIE im Deutschen existiert haben, wäre eine Art Verlinkung wünschenswert (nach dem Motto: Hallo, du Depp, dein “Zitat” stand vor einem Jahr auf bash.org #Link#. Nächstes Mal mehr Fantasie bitte). Also sinngemäß, natürlich.

    Warum nicht öfters Neues erscheint, ist ja klar. Die Übersetzer haben nicht immer Zeit und die 8 Leute, die selber witzig sind, sind es nun eben nicht 24/7. LEICHT übertrieben – kommt mir aber automatisch in den Sinn, wenn Leute nach mehr Zitaten schreien. Ansonsten rate ich diesen Lesern: bash.org besuchen. Oder ein wenig warten, dann stehen die besten Zitate davon sowieso hier :-P

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