Premiere: der GBO-Tagesrückblick für den 11. März 2009 #winnenden #amoklauf #medienchaos #illuminati

veröffentlicht von jan_krueger am 12. März 2009

Als Erstes kläre ich vielleicht am Besten den Titel. Von einer Premiere zu sprechen, ist faktisch gesehen richtig, auch wenn es wahrscheinlich keinen weiteren Tagesrückblick dieser Art geben wird. Es liest sich aber so schön, dass ich den falschen Eindruck gerne in Kauf nehme. Immerhin verdreifacht sich so mein Monatseinkommen. Oder so. Was die komischen Wörter mit dem # davor sollen, hätte ich vor dem 11. März auch nicht gewusst, aber wer an diesem Tag auf Twitter vorbeigeschaut hat, weiß jetzt Bescheid: das ist sinnloser Quatsch. Wieder was gelernt.

Thema dieses Tagesrückblicks ist, im weiteren Sinne, der Amoklauf in Winnenden, Nähe Stuttgart. Die ganzen Details überspringe ich an dieser Stelle, aus mehreren Gründen. Zum einen bin ich keine Nachrichtentante, zum anderen gibt es zum Thema so unglaublich viele interessante Details, dass sich manche davon gar widersprechen. So macht Berichterstattung doch Spaß, oder?

Die Suche nach dem Übeltäter, oder so

Wer hat daran Schuld, dass die Berichte (“mal wieder”, denkt sich der N24-Zuschauer) so durcheinander waren? stern.de gibt dem Internet die Schuld. Besonders prägnant:

Während ausgebildete Journalisten eigentlich wissen, wie mit Namen, Adressen und Bildern umgegangen werden darf, erfährt man bei Twitter schnell, wie der mutmaßliche Täter heißt. Das Elternhaus wird in aller Pracht gezeigt, und damit man es auch findet, gibt es den Link zur Adresse dazu. Der Pressekodex gilt halt für die Presse, und nicht für ein Medium, welches von vielen fälschlicherweise als die Zukunft des Journalismus betrachtet wird.

Mit anderen Worten: die ausgebildeten Journalisten haben alles richtig gemacht. Ich bin nicht ganz sicher, ob stern.de uns damit sagen möchte, dass Bild keine ausgebildeten Journalisten beschäftigt, oder ob sie Angst vor der bösen Konkurrenz-Fertigmachabteilung (oder was auch immer sie sich da genau vorstellen) von Bild haben… jedenfalls hat Bild vorbildlicherweise den vollen Namen, unzensierte Bilder vom Täter und unbeteiligten Schülern aus der näheren Umgebung und Bilder vom Elternhaus (mit Ortsangabe für Fans von Google Maps und so) veröffentlicht. Einen Link möchte ich an dieser Stelle nicht setzen, weil ich diese Informationen weder verbreiten noch den Marktanteil von bild.de vergrößern möchte, aber der Artikel wird sicher nicht so schnell verschwinden, falls ihr das unbedingt nachprüfen wollt.

Gerüchte müssen nicht durch Tratsch entstehen

Wie üblich ergeht man sich bei Bild, und wahrscheinlich auch bei anderen Zeitungen und Onlinemagazinen, in wildesten Spekulationen. Der Täter hatte es vielleicht nur auf Frauen abgesehen, meint Bild, denn 11 von mindestens 16 16 17 15 Opfern waren Frauen! Wow, das ist feinste statistische Analysekunst! Ich glaube, ich schmeiß mein Studium doch besser weg… solche wissenschaftlichen Höheflüge werden mir wohl niemals gelingen. Vermutlich kommen demnächst noch Spekulationen, dass er nachts satanische Messen auf Friedhöfen abgehalten und dabei Hunde geopfert hat (oder es zumindest versucht hat, bis plötzlich sein verstorben geglaubter Großvater… und so weiter).

Äußerst fundierte Ursachenforschung

Und natürlich gehen auch wieder die großen Diskussionen über die Ursachen von Amokläufen los. Es ist ja völlig logisch, dass jeder Amoklauf die gleiche Ursache hat. Und dass die Gründe eines Amokläufers immer ganz unkompliziert und ganz leicht erkenn- und erklärbar sind. Das macht schließlich die Berichterstattung und den politischen Aktivismus viel einfacher. Man gebe einfach so genannten Killerspielen, Horrorvideos, “harter Musik” (okay, leider hat der Täter diesmal laut $beliebige_quelle klassische Musik und Opern gehört), schwarzer Kleidung (fast alle Berichte sprechen vom “schwarzen Kampfanzug”, den der Täter trug) oder der Verfügbarkeit von Waffen in der Umgebung die Komplettschuld – fertig! Reißerischer Bericht geschrieben, hirnrissiges Gesetz (z.B. Verbot von schwarzer Farbe) verabschiedet, Thema durch. Nie wieder Amokläufer, juhu! Außerdem mehr Wähler im nächsten Wahlkampf, weil man sich ja schnell und konsequent drum gekümmert hat. Was will man mehr? Dass den Hinterbliebenen und den nächsten Opfern damit nicht geholfen ist, ist ja eigentlich nicht so wichtig. Ein bisschen (immerhin durchaus auch echte) tiefe Betroffenheit reicht sicher aus.

Quellenauswahl für Anfänger

Die Berichterstatter (außer stern.de, versteht sich) haben sich übrigens sehr über das Internet gefreut. Vor allem über Twitter, den Microblogging-Dienst. Da haben irgendwelche Leute, die gerade in der Gegend waren, über Twitter Bekannte vor dem Geschehen im Ort gewarnt, und prompt wurden sie von Interviewanfragen der internationalen Presse überschwemmt. Weil sie natürlich alle so sehr vor Ort waren, dass sie wahrscheinlich sogar die Schüsse sehen konnten.

Kurz gesagt: bei aller Fehl- und Überinformation, die im Internet umhergekreist ist, waren auf jeden Fall gewisse Vertreter der “klassischen” Medien nicht weit hinterher. Aktuelle Meldungen sind schließlich viel wert… ob sie auch korrekt sind, ist manchem dabei vielleicht weniger wichtig.

Danke für die respektvolle und gesicherte Berichterstattung, liebe Medien! Wenn ich ein paar Jahre an mir arbeite, werde ich vielleicht auch irgendwann so toll. Ich möchte auch mal soviel Gutes tun können.

Mehr Schmerzen müssen her! Warteschleifenmusik #3

veröffentlicht von jan_krueger am 7. März 2009

Zweimal haben wir dieses Konzept schon mit großem Erfolg getestet: einen ungefilterten Auszug aus den Einsendungen bei german-bash.org hier im Blog veröffentlichen. Dass nach wie vor viele äußerst unlustige Dinge bei uns ankommen, ist wohl für keinen eine allzu große Überraschung. Überraschend ist allerdings immer wieder, wie unlustig manche Einsendungen sind.

50 frisch geerntete Einsendungen folgen. Ihr seid gewarnt worden. Diesen Beitrag weiterlesen »

Manche Dinge ändern sich nie…

veröffentlicht von jan_krueger am 25. Februar 2009

… allen vorweg: GBO ist und bleibt doof und gemein und isst kleine Kinder! Gemein waren wir zum Beispiel offenbar zu demjenigen, der diese “Zitat”einsendung bei uns ablud:

ihr seid penner ey… ich versuch jetzt schon seit jahren nen zitat hinzuzufügen und wenn dieser text jetzt eingestellt wird dann könnt ihr mich mal kreuzweise

Im weiteren Sinne wäre “dieser Text” jetzt “eingestellt”. Jetzt musst du nur noch genauer erklären, was wir dich wie können. In der Zwischenzeit demonstriere ich das mit der Doofheit, indem ich ohne eine genauere Prüfung der Datenlage davon ausgehe, was für Zitate du bei uns “hinzufügen” wolltest: unglaublich unlustige, die für dich völlig selbstverständlich die nächste Stufe der Humorevolution darstellen. Das ist okay. Noch okayer wäre es aber, wenn es dir weniger darum ginge, deinen Namen auf einer so doofen Seite wie GBO wiederzusehen, als darum, lustige Zitate mit dem Rest der Welt zu teilen. Und schon bin ich wieder doof, weil ich das einfach so zwischen den Zeilen herauslese. Aber so bin ich halt: machtgeil. Was gibt einem schließlich mehr Macht, als irgendwelche unbekannten Leute verbal zu Milchreis zu reduzieren? Mmm, Milchreis…

Ich glaube, jetzt hab ich den Faden verloren. Schade. Wer ihn mir wiederfindet, wird von mir vielleicht mit unendlichen Reichtümern bedacht. Oder mit Milchreis. Oder mit ein paar leeren Worten. Oder halbleeren… halbvollen… was auch immer. Mangoalarm!

Kristallkugeln wieder im Einsatz!

veröffentlicht von jan_krueger am 25. Februar 2009

Das Zitat mit den Nacktfotos ist offenbar ziemlich kontrovers. Mal ganz davon abgesehen, dass wir sowieso regelmäßig große Anzahlen von Beschwerden zu unseren Top-50-Zitaten erhalten, lagen den beiden versehentlichen Löschungen jeweils ca. 80 Beschwerden zu Grunde. Auch seitdem erhalten wir munter weitere Beschwerden, zum Beispiel diese:

Ich versteh das nicht, einmal ist das Zitat weg ( ZURECHT!!! ) dann ist es wieder da…. Bitte weg!!

Lieber Beschwerdeführer, vielen Dank für diese äußerst ausführliche und informative Beschwerde. Unter Zuhilfenahme von nur 23 Kristallkugeln (frisch aus der Reparatur) konnten wir bis ins letzte Detail feststellen, was denn das Problem mit dem Zitat sein soll. Und noch viele weitere Dinge. Wir sagen dazu nur: nein, sowas können wir nicht gutheißen. Frischkäse sollte nun wirklich nicht für… sowas benutzt werden.

Auf Basis dieser grundlegenden Unvereinbarkeit unserer Sichtweisen können wir deiner Beschwerde leider nicht Folge leisten. Achja, und deine Geschichte mit der Banane wollten wir übrigens definitiv nicht hören! Das ist alles deine Schuld, weil wir die Kristallkugeln einsetzen mussten. Wir schicken dir die Tage eine Rechnung über die Unmengen Alkohol, die wir gebraucht haben, um diese Bilder wieder aus dem Kopf zu kriegen.

Übrigens: die Empathie hast du im Schrank links neben der Tür verlegt, zweite Schublade von unten. Gern geschehen.

Skandal: Nacktfotos bei GBO!

veröffentlicht von jan_krueger am 13. Februar 2009

Nachdem irgendwer (Name ist der Redaktion bekannt) beim Durchsehen der Zitatbeschwerden versehentlich einem Haufen der regelmäßigen Beschwerden gegen die Top-10-Zitate stattgegeben hat und damit unsere Nacktfotos vernichtet hat, haben wir sie/ihn nochmal durch das GBO-Moderatoren-Einstellungsprogramm gejagt und diesmal außer der Hirnrinde noch ein paar weitere Hirnareale entfernt, die wir bei der Gelegenheit im Rahmen der letzten Funktionstests durch die neuen Modelle unserer GBO-Modchips ersetzt haben. Außerdem haben wir uns die Fotos zurückgeholt.

Vielen Dank für die vielen hilfreichen Theorien in den Blog-Kommentaren; ihr habt uns damit bei der Suche nach den Fotos sehr geholfen. Weiter so!

Der rätselhafte Fall des verschwundenen Zitats

veröffentlicht von jan_krueger am 11. Februar 2009

In letzter Zeit kriegen wir auf allen möglichen Kanälen, einschließlich der Zitat-Einsendungsseite, Beschwerden wie diese:

GBO macht sich bei mir nicht gerade beliebt dadurch, dass öfter mal Quotes ein paar Tage online sind und dann wieder gelöscht werden.

Mysteriös! Wo ist das Zitat hin? Ist ein globaler Zitatverschwindeeffekt zu beobachten? Was sagt die Wissenschaft dazu, und was haben die Illuminaten damit zu tun? Unser “GBO Mystery”-Team ermittelte…

A-ha! Ich glaube, wir sind auf eine Spur gestoßen. Interne geheime Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass GBO regelmäßig so genannte “Review”-Einsendungen erhält. Die beziehen sich konkret auf irgendwelche Zitate, die bei GBO veröffentlicht wurden. Was ist nun der Sinn von diesen “Reviews”? Wir befragten Prof. Dr. Felix Ake von der Rautavistischen Universität Eschweilerhof:

Im Pressewessen bezeichnet man damit — besonders im englischsprachigen Raum — eine Rückmeldung zu einer Veröffentlichung, in der gezielt alle negativen Merkmale hervorgehoben werden. Der genaue Sinn eines solchen Reviews ist unter Linguisten noch umstritten; unsere Projektgruppe macht allerdings gute Fortschritte bei dem Versuch, nachzuweisen, dass es sich hierbei um ein reines Ventil für Unzufriedenheit seitens der Leser handelt.

Leider können wir nicht genauer feststellen, was denn nun in diesen “Reviews” eigentlich genau zu lesen ist oder war. Auf Grund von Prof. Akes Ausführungen tendieren wir aber stark dazu, von unserer anfänglichen und vielleicht etwas naiven Vermutung, es ginge darum, alte oder übersetzte Zitate zu melden, Abstand zu nehmen und eher davon auszugehen, dass diese “Reviews” von schlecht gelaunten und/oder unzufriedenen Lesern eingeschickt werden und von Moderatoren berücksichtigt werden, die sowieso nichts Besseres zu tun haben und es lustig finden, alle Leute zu ärgern, die das Zitat nett fanden, aber die ursprüngliche Quelle nicht kennen.

Wir kommen zu dem Schluss, dass das Löschen von Zitaten grundsätzlich willkürlich oder mit böser Absicht passiert. Schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein, wenn wir die Frage klären, ob GBO-Moderatoren überhaupt jemals irgendwas Sinnvolles machen.

Musik und wir… Reaktionen

veröffentlicht von jan_krueger am 27. Januar 2009

Vielen Dank für die zahlreichen Meinungen bis jetzt. Ich dachte mir, ich sage direkt in einem Aufwasch zu allen nennenswerten Kommentaren etwas, statt die alle einzeln zu beantworten.

GBO bleibt GBO!

Es gab da offenbar einige Bedenken, also ganz klar gesagt: wir werden unsere Hauptseite, German-bash.org, definitiv nicht um Musik erweitern. Das Konzept mit den Zitaten läuft gut und ich persönlich sehe keinen Grund, es plötzlich auf so ziemlich alles andere auszudehnen. Mir ging es eigentlich nur um das Blog hier. Ich habe mir hier als generelles Ziel eigentlich nur gesetzt, dass das Blog inhaltlich für Leute unterhaltsam ist, die auch GBO unterhaltsam finden (natürlich kann das niemals bei allen Besuchern der Fall sein, aber wenigstens bei einigen). Bis jetzt hatte ich mich nur auf Einsendungen bei GBO bezogen; die Idee mit der Musik würde ein bisschen davon weggehen, aber prinzipiell noch beim Thema bleiben.

Es gab Vorschläge, das Ganze in eine eigene Seite auszugliedern. Tut mir Leid, aber das wird nichts. Ich habe keine Zeit, so eine Seite zu entwickeln. Also: wenn wir das machen, machen wir’s im Blog.

Bitte nicht auf Englisch!

Dass ich einen englischen Song hier gepostet habe, liegt daran, dass ich keinen anderen parat hatte, der halbwegs zur Seite passt. Im Prinzip würde ich, passend zum Seitennamen, ausschließlich deutschsprachige Musik hier veröffentlichen wollen, aber ich hatte halt keine Lust, auf gut Glück irgendeinen Song zu schreiben und mehrere Tage in die Umsetzung zu investieren, nur damit das hier dann absolut niemand hören will. Der veröffentlichte Song steht mehr fürs Konzept im Allgemeinen als für die konkrete Umsetzung, und deshalb hatte ich ja auch gesagt, dass Feedback zu dem Song an sich nicht Sinn des Artikels war (obwohl ich mich natürlich auch über diese Kommentare gefreut habe).

Zum Trost hier immerhin eine freie Übersetzung von “Half A Million Nerds”.

Was ist mit anderen Formaten (Zeichnungen etc.)?

Könnte man sich sicher auch überlegen, aber in der Kategorie werde ich ganz bestimmt nichts liefern. Mein Zeichenstil ist zu… besonders… dafür.

Würdet ihr dann auch Einsendungen annehmen?

Das ist eine sehr gute Idee, auf die ich natürlich im Eifers des Gefechts gar nicht gekommen bin. Ich bin eindeutig dafür, denn das würde mir mit wenig Arbeit mehr Inhalt für das Blog bescheren. Natürlich könnte ich nicht alle Einsendungen hier veröffentlichen, ohne den Rahmen zu sprengen, deshalb gäbe es auch dabei eine Redaktion und manche Einsendungen würden zwangsläufig abgelehnt werden. Solange es die Anzahl der Einsendungen zulässt, würde ich mich aber bemühen, allen Einsendern konstruktives Feedback zu geben.

Was kann man denn da schon groß für Musik schreiben?

Wenn es eins gibt, an das ich glaube, dann ist es grenzenlose Kreativität… vor allem im Internet.

[Diverse Kommentare zum Thema Hip-Hop]

Erstens: nein, ich habe keine Ahnung davon, was der Unterschied zwischen Hip-Hop und Rap ist. Ich hätte Rap jetzt als ein stilistisches Mittel eingestuft, das v.a. in Hip-Hop sehr stark dominiert. Danke für die Erklärung. Man lernt ja immer gerne dazu.

Zweitens: so lustig es auch ist, auf Hip-Hop rumzutrampeln (und besonders auf den Leuten, die sich für ganz besonders cool halten)… wenn jemand eine gute Einsendung in dieser Richtung hätte, würde ich auch die veröffentlichen; auch, wenn ich stilistisch eher andere Bereiche bevorzuge.

Fazit

Insgesamt war die Resonanz zum Konzept ermutigend. Ich werde das Thema noch ein bisschen sacken lassen und mit den Kollegen darüber sprechen und dann gibt’s hier irgendwann (wahrscheinlich) den offiziellen Startschuss inklusive aller technischen Details. Bis dahin (und auch danach) machen wir weiter wie gewohnt.

Vielstimmige Experimente: eine Meinungsumfrage

veröffentlicht von jan_krueger am 26. Januar 2009

Mal was ganz anderes. Wir, d.h. zumindest der Mac und ich, hatten uns ganz geheim und unter uns überlegt, ob es nicht unterhaltsam wäre, das Blog noch um eine Dimension zu erweitern, zum Beispiel um eine — Vorsicht — musikalische. Übrigens kein Hip-Hop.

Da das Schreiben und Aufnehmen von Songs eine gewisse Menge Arbeit mit sich bringt, möchte ich eher ungerne einfach mal so drauf los texten (geschweige denn aufnehmen; da ich mich mangels Mitmusikern leider kräftig klonen muss, ist der Aufwand nochmal entsprechend höher), wenn die Ergebnisse doch nur in der Mülltonne landen. Aus diesem Grund habe ich einen Song, der immerhin das Thema IRC anschneidet, als Probe hochgeladen. Ich bin nämlich der Meinung, dass man irgendwelchen dahergelaufenen Musikern niemals ohne Kostprobe einen Vertrag unterschreiben sollte. Sonst kommt möglicherweise sowas wie [du darfst hier deine absolute Hassband selbst hindenken] raus.

Zum Hintergrund: für einen Songwettbewerb habe ich diverse Songs, darunter auch den besagten, unter Zeitdruck geschrieben. Vorgegeben war jeweils nur der Titel. In diesem Fall hatte ich beschlossen, einen vollkommen instrumentfreien und dafür sehr stimmhaften Song zu schreiben, der ein sehr überraschendes Ereignis beschreibt, das mit einer halben Million Nerds zu tun hat. Auf Grund des Zeitlimits konnte ich leider nicht alle Macken rausbügeln, aber die Idee sollte rüberkommen.

Der Song zum Download (oder zum direkten Anhören per Klick auf das Symbol, falls ihr JavaScript aktiviert und einen halbwegs aktuellen Flash-Player installiert habt): Half A Million Nerds (Songtext auf Englisch, da der Wettbewerb auch auf Englisch war)

Was wäre bei neuen Songs inhaltlich drin? Wahrscheinlich irgendwelche nerdigen Sachen. Halt Zeug, das so ein bisschen zu German-bash.org passt.

Was haltet ihr davon? Lohnenswertes Konzept? Ich werde nicht von der nächsten Brücke springen, wenn nicht, also braucht ihr nicht an Flames zu sparen.

PS. falls ihr denken solltet, das sei einfach nur schamlose Selbstwerbung, dann habt ihr natürlich völlig Unrecht. Ich mach das nicht für Geld, ich will einfach nur ins Fernsehen (die Quelle dieser lobenswerten und gesunden Einstellung dürft ihr gerne selbst rausfinden).

PPS. es geht mir nicht um diesen konkreten Song. Es geht mir darum, ob euch so eine Ecke interessieren würde. Ich würde auch stilistisch ein bisschen Abwechslung reinbringen, also ist die Frage auch nicht unbedingt, ob ihr instrumentenfreie Musik toll findet.

Wie wird man eigentlich Moderator bei German-bash.org?

veröffentlicht von jan_krueger am 25. Januar 2009

Diese Frage wird öfters mal gestellt und ich möchte sie hier mal an zentraler Stelle beantworten.

Vorweg: wir sind gezwungenermaßen sehr anspruchsvoll. Zum einen müssen wir uns auf jeden Moderator in verschiedener Hinsicht absolut verlassen können, denn sonst haben wir mit ihm mehr Ärger als Freude. Aus diesem Grund haben wir ein Grundprinzip von vielen anderen Online- und vor allem IRC-Teams übernommen: wer uns danach fragt, den nehmen wir automatisch nicht. Auch von dieser Regel hat es schon Ausnahmen gegeben, aber da müssen schon besondere Umstände vorliegen.

Warum machen wir das? Überwiegend liegt den Leuten, die nach sowas fragen, mehr an dem vermeintlichen Prestige, das der Job mit sich bringt, als an der Arbeit an sich. Das ist keine gesunde Grundlage für eine Mitarbeit. Natürlich haben wir damit das Risiko, dass uns irgendwelche supertollen Leute entgehen, aber supertolle Leute gibt es sowieso nur selten.

Unter welchen Umständen nehmen wir also neue Leute als Moderatoren? (Im Folgenden sagen wir Moderator, auch wenn wir natürlich auch Moderatorinnen nehmen, aber wir sind faul und sparen gerne Wörter…)

  1. Wir haben Bedarf an neuen Moderatoren oder haben jemanden gefunden, den wir ganz besonders toll finden.
  2. Wir kennen den potenziellen Moderator sehr gut, entweder persönlich oder seit vielen Monaten oder gar Jahren im IRC.
  3. Wir finden ihn sympatisch und stellen fest, dass er humormäßig grob ins Kollektiv passt (MDR-Humor muss beispielsweise leider draußen bleiben) und sich gut in unseren IRC-Channel integriert hat. Ein gewisses Anwesenheitsminimum ist auch von Vorteil.

Wenn wir soweit gekommen sind, gibt es möglicherweise eine interne Abstimmung (es kommt allerdings nur begrenzt oft soweit, was man daran sieht, dass wir wesentlich mehr Stammchatter als Moderatoren haben). Danach wird dann möglicherweise unser Team erweitert.

Sobald wir einen neuen Moderator an der Leine haben, führen wir unser Moderatoren-Einstellungsritual aus. Dazu kommt der Neue in unserer geheimen unterirdischen Bunkeranlage vorbei. Das Ritual besteht aus folgenden Schritten:

  1. Nach einer allgemeinen Untersuchung führt unser teameigener Gehirnchirurg unter örtlicher Betäubung eine Entnahme der Gehirnrinde durch. Die Gehirnrinde wird konserviert und in unserem IQ-Endlager in einem schicken Kristallglasgefäß aufbewahrt. Um die für uns wichtigsten Funktionen der Gehirnrinde zu erhalten, wird ein entsprechender Mikrochip aus unserem Vertragswerk in Bielefeld implantiert.
  2. Um einen optimalen Umgang mit den alltäglichen Situationen im Leben eines GBO-Moderators zu gewährleisten, wird der Neue über Nacht in einer Badewanne voll streichbarer Elefantenhaut (Capaplex) untergebracht. Die Zusatzhaut härtet am Folgetag in ein paar Stunden aus und verschmilzt durch ein paar geheime Zusatzstoffe irreversibel mit der natürlichen Haut. Als Bonus verhilft sie unbegrenzt zu einer seidig glänzenden Hautoberfläche.
  3. Ein Gehirnwäscheverfahren, das eins unserer Subunternehmen aus dem religiösen Bereich für uns im Laufe der vergangenen Jahrzehnte perfektioniert hat, wird angewendet, um maximale Konformität mit unseren Endzielen zu erreichen.
  4. Als Teil unseres Liquiditätsprogramms werden alle Mittel des Neuen liquidiert und unserer Kasse einverleibt. Ein spezielles Abkommen mit unseren wichtigsten Banken (u.a. alle in Deutschland zugelassenen Banken außer Paypal) sorgt dafür, dass auch weitere Einkünfte dort landen, wo sie hingehören: bei uns.
  5. Zu guter Letzt wird – als reine Formalität – der Mitarbeiter-Knebelvertrag in zweifacher Ausführung unterzeichnet. Beide Kopien werden in Gold gerahmt; die Kopie in Plakatgröße wird in unserer Planungszentrale aufgehängt, die andere Kopie in Größe DIN A4 darf der Mitarbeiter nach Hause mitnehmen.

Das Ritual ist übrigens ein weiterer Grund, weshalb der Ausbau unseres Teams eher langsam voranschreitet: das Ritual ist recht aufwändig und teuer. Für sehr gute Kandidaten ist es uns das aber definitiv wert!

Obwohl… einen hab ich noch!

veröffentlicht von jan_krueger am 22. Januar 2009

Und zwar den hier (Namen und Formatierung geändert):

<Feinkost> 2 informatiker >.< [es ging da um ein männlichen und ein weiblichen informatiker]
<Feinkost> Beide sind rattig..
<Feinkost> Ein PC geht nicht..
<Feinkost> Was ist wichtiger?
<Soja> der PC, es sind Informatiker

Ich halte fest: es ist tatsächlich möglich, die Antwort einer Scherzfrage komplett vorwegzunehmen und gleichzeitig den maximal möglichen Pointenmangel zu erreichen, kombiniert mit einer Antwort, die dank vermeintlichen Erklärungsbedarfs die Humorleistung noch einmal… verändert.

Sollte jemand den Scherz nicht begriffen haben, erkläre ich ihn gerne nochmal, vielleicht wird er dadurch noch besser: von Informatikern sagt man gerne, dass sie sozial gestört sind und Computer (gemäß dem verbreiteten Irrglauben, Informatik hätte irgendwas mit Computern zu tun) die höchste Priorität in ihrem Leben haben. Stellt man sich jetzt eine Situation vor, in der eine Informatikerin und ein Informatiker beide “rattig” sind, also, frei interpretiert, soziale Bedürfnisse haben, dann würden fast alle Leute die Folge als eindeutig einstufen: die, äh, Bedürfnisse führen quasi automatisch zu einer, äh, Unterhaltung.

Nun aber, völlig unerwartet, kommt ein Computer ins Spiel. Es bahnt sich ein schicksalshafter Konflikt an: die erwartete… Unterhaltung… oder doch lieber den Computer auseinandernehmen? Die Antwort scheint zunächst klar, doch so langsam fügen sich viele kleine Details, die einzeln betrachtet völlig unverfänglich erschienen, zu einem erstaunlichen Gesamtbild zusammen: Informatiker haben, wie man gerne behauptet, sehr ungewöhnliche Prioritäten. So ungewöhnlich, dass sie selbst die eigentlich unvermeidliche ausgiebige Diskussion mit Körpereinsatz aufschieben, weil der Computer ja ihr ein und alles ist. Herr oder Frau Soja erkennt das in einem plötzlichen Anflug geistiger Klarheit sofort und löst auf.

Jetzt ist die Einsendung doch gleich viel witziger, oder?

Wer das Ganze noch lustiger machen kann, trete vor!